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Arbeitswelt 4.0

Arbeits­welt 4.0: Neh­men uns Robo­ter in Zukunft die Arbeits­plätze weg? Von wegen! Wir brau­chen noch viel mehr davon.

roboter-arbeitwelt-4-0Wir lei­den gerade unter einem schwe­ren Anfall von wirt­schaft­li­chem Pes­si­mis­mus.“ So lei­tete der bri­ti­sche Öko­nom John May­nard Keynes 1930 sei­nen Auf­satz „Wirt­schaft­li­che Mög­lich­kei­ten für unsere Enkel­kin­der“ ein. Heute, 86 Jahre spä­ter, spricht er wohl aber­mals vie­len Men­schen aus der Seele. „Sehr häu­fig hört man Leute sagen, dass die Epo­che des enor­men wirt­schaft­li­chen Fort­schritts vor­über sei; dass die schnelle Ver­bes­se­rung des Lebens­stan­dards sich nun ver­lang­sa­men würde; dass ein Rück­gang des Wohl­stands in dem vor uns lie­gen­den Jahr­zehnt wahr­schein­li­cher sei als eine Steigerung.“

Den Ein­druck kann man auch die­ser Tage bekom­men: Glo­ba­li­sie­rung und tech­ni­scher Fort­schritt ver­un­si­chern viele Men­schen. Sie fürch­ten um ihren Arbeits­platz und ihren Lebens­stan­dard. Befeu­ert wer­den sol­che Ängste von Pes­si­mis­ten, die düs­tere Zukunfts­sze­na­rien für eine Arbeits­welt zeich­nen, in der die Robo­ter und die Digi­ta­li­sie­rung eine immer wich­ti­gere Rolle spielen.

Zu die­sen Pes­si­mis­ten zäh­len Carl Bene­dikt Frey und Michael Osborne, zwei Wis­sen­schaft­ler aus Oxford. Sie kom­men in einer Stu­die zum Schluss, dass knapp die Hälfte der 702 Berufe, die sie unter­sucht hat­ten, in den kom­men­den zwan­zig Jah­ren durch den tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt ver­drängt wer­den könnte. Auch andere Insti­tu­tio­nen sind skep­tisch. Die OECD kommt zum Bei­spiel in einer kürz­lich publi­zier­ten Unter­su­chung zu dem Ergeb­nis, dass knapp jeder zehnte Job durch die Auto­ma­ti­sie­rung gefähr­det sei.

«Ein Glück, dass wir weni­ger Arbeits­kräfte haben werden»

Das klingt beun­ru­hi­gend. Doch um her­aus­zu­fin­den, ob in der Arbeits­welt der Zukunft noch Platz für den Men­schen sein wird, darf man den demo­gra­phi­schen Wan­del nicht außen vor las­sen: Nied­rige Gebur­ten­ra­ten las­sen die Zahl der Arbeits­kräfte in den Indus­trie­län­dern sin­ken. Der Öko­nom Tho­mas Straub­haar sieht in die­ser Ent­wick­lung eher einen Segen als einen Fluch. Die Digi­ta­li­sie­rung mache mensch­li­che Arbeit zum Teil obso­let. „Ein Glück also, dass wir weni­ger Arbeits­kräfte haben wer­den“, sagt er.

(Frank­fur­ter Allgemeine)

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