Von Dr. Brian P. Rüeger ist Leiter des Instituts für Marketing Management (IMM) an der ZHAW School of Management and Law
Durch turbulente Märkte, aggressive globale Wettbewerber, anspruchsvollere und informiertere Kunden, rasche Entwicklung neuer Technologien, disruptive Innovationen und Digitalisierung sind Unternehmen und ihre Entscheidungsträger einer immer höheren Komplexität und einer weiter zunehmenden Dynamik gegenübergestellt. Hinzu kommt der Frankenschock, der Kostenvorteile international fast unmöglich macht. Sowohl Praktiker wie auch die Academia evaluieren, was dies für Auswirkungen auf das moderne Marketing hat.
Marketing Leadership heisst die Marketing Philosophie ändert sich: von der transaktionalen zu einer wertorientierten Denkweise.
Einige Unternehmen kommen bei der oben erwähnten Evaluation auf die fehlerhafte Interpretation, Marketing einen sehr kurzfristigen Fokus zu geben und verknüpfen Marketing oft mit reinen Verkaufsaktivitäten und kurzfristigen Umsatzsteigerungen und Gewinnmaximierungen. Im Zentrum steht der Abschluss oder die Transaktion. Mit einem solchen Verständnis könnte Marketing auch einfach abgeschafft werden. Marketing ist von strategischer Natur, das ist ein “No-Brainer“ für einen modernen Marketing Manager und unter den oben erwähnten Veränderungen des Umfelds strategischer denn je. Gleichzeitig wachsen verschiedene Disziplinen zusammen oder müssen integriert werden, da sie sich gegenseitig beeinflussen. So haben z.B. Customer Relationship Management, Product Management, Marketing Automation oder Digital Transformation Auswirkungen auf viele, wenn nicht sogar alle Bereiche des Unternehmens und sollten nicht isoliert betrachtet werden. Es braucht ein übergeordnetes Verständnis vom Ganzen und von langfristiger Wertschöpfung durch Kundenorientierung. Dies definiert die Hauptaufgabe des Marketing Leaderships. Es ist damit also weniger eine hierarchische Position im Unternehmen gemeint, sondern vielmehr eine unternehmensweite Denkhaltung, welche eine kundenorientierte Vision beinhaltet und Fähigkeiten, diese Vision auch operativ erfolgreich umzusetzen. Aus einem transaktionalen Verständnis von Marketing wird eine wertorientierte Denkweise mit langfristigem Charakter. Dies hat Auswirkungen auf Strategie, Struktur und Kultur des Unternehmens, wie in der folgenden Abbildung dargestellt ist.
Das Swiss CRM Form geht genau den richtigen Weg und weitet das CRM Thema aus. Die ZHAW hat mit der jährlich durchgeführten Swiss CRM Trendstudie genau das Gleiche getan und dieses Jahr zum ersten Mal die Swiss Marketing Leadership Studie durchgeführt. Diese zeigt u.a., dass erfolgreiche Unternehmen dem Marketing Einfluss auf die strategischen Entscheide geben. Wollen Sie wissen, was die Top-Performer von den Under-Performer im Marketing Leadership unterscheidet? Dann freuen Sie sich auf die Veröffentlichung der Studie am diesjährigen Forum.
Über den Autor:
Dr. Brian P. Rüeger ist Leiter des Instituts für Marketing Management (IMM) an der ZHAW School of Management and Law
Kategorie: Customer Excellence
