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Design Thinking: Mehr als nur Kreativtechnik

22.11.2017 von Stephan Isenschmid

Die rasch voranschreitende Digitalisierung führt dazu, dass immer mehr Prozesse schneller ablaufen. Diesem beschleunigten Tempo müssen sich auch andere Unternehmensbereiche anpassen, damit der Betrieb konkurrenzfähig bleibt. Design Thinking kann KMUs helfen, schneller Innovationen herbeizuführen. Das gilt nicht nur für die Entwicklung neuer Produkte und Services, die dem Kundenwunsch bestmöglich entsprechen. 

Was ist Design Thinking?

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Design Thinking ist eine Methode, die es Unternehmen jeglicher Grösse ermöglicht, innovative Prozesse strukturiert umzusetzen. Ihre Erfinder sind die Informatiker Larry Leifer, Terry Winograd und der Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO David Kelley. Später wurde die kreative Technik von der d.school der Stanford University weiterentwickelt. Am Potsdamer Hasso Plattner Institut (HPI) gibt es seit 2007 eine School of Design Thinking. Außerdem bieten manche Hochschulen das Arbeitskonzept als Studienfach an. 

Anwendungsbereich der Kreativtechnik sind nicht nur das klassische Design, sondern sämtliche Bereiche, in denen komplexe Aufgabenstellungen bewältigt werden müssen. Besonders wichtig beim Design Thinking ist die Kundenorientierung: Das zu erfindende Produkt muss nicht nur technisch machbar und später wirtschaftlich profitabel sein, sondern seinen späteren Anwendern den bestmöglichen Nutzen bieten. Daher ist es für KMU, die damit arbeiten, wichtig, ständig in Kontakt mit ihrer Zielgruppe zu stehen (Prinzip der Co-Creation). Eine vom Hasso Plattner Institut durchgeführte wissenschaftliche Studie zeigt, dass die Co-Creation 

  • Prozesse der Innovation für die Kunden effizienter macht
  • die Zusammenarbeit im Team verbessert.

Wie funktoniert Design Thinking? 

Eine erfolgreiche Co-Creation erfordert 

  • multidisziplinäre Teams
  • variable Räume
  • den Design Thinking Prozess selbst

Komplexere Problemstellungen werden idealerweise mit Teams aus fünf oder sechs Personen gelöst. Sie setzen sich aus Mitarbeitern zusammen, die aus unterschiedlichen fachlichen Disziplinen stammen. Im Laufe des Design Thinking-Prozesses entsteht ein starker Zusammenhalt innerhalb des Teams. Sämtliche beteiligte Teams arbeiten auf konkrete Ziele hin und tauschen ihre Zwischenergebnisse von Zeit zu Zeit aus. Jedes Gruppen-Mitglied bringt seine Ideen in den kreativen Prozess ein. Für eine optimale Kundenorientierung durchläuft die Produktentwicklung sechs Phasen. 

Die erste Phase (Verstehen) dient dazu, das Problem der Zielgruppe zu analysieren. In der daran anschliessenden Phase (Beobachten) betrachten die Teammitglieder das Problem aus der Perspektive der Zielgruppe und versuchen, die Wünsche der Anwender zu verstehen. Sie sammeln Ideen für mögliche Lösungen, sortieren sie und bewerten sie dann. Aus der Fülle von Ideen suchen sie dann die am besten passenden aus. Im fünften Schritt entwickeln sie mehrere handwerkliche Prototypen, die in der sechsten Phase von der Zielgruppe mehrmals getestet und vom Team stets verbessert werden. Zur Steuerung des gesamten Projekts benötigt man einen erfahrenen Coach. Er koordiniert, motiviert, berät methodisch, überwacht die Einhaltung des gesetzten Zeitrahmens und steuert den Ideenaustausch innerhalb des Teams. 

Ausserdem benötigt das Team flexibel nutzbare Räumlichkeiten, die eine kreative Arbeitsatmosphäre fördern. Dazu gehören grosse Räume mit beweglichen Möbeln, genügend Platz für Präsentationsflächen und geeignete Materialien, aus denen sie Prototypen fertigen können. 

Für wen ist Design Thinking geeignet?

Die kreative Methode wird inzwischen bei vielen Global Playern, aber auch kleinen und mittelständischen Unternehmen angewendet. Zu den bekanntesten von ihnen gehören SAP, Swisscom, IBM, Microsoft und KMU der Kreativ-Wirtschaft, Architektur- und Ingenieurbüros. Führungskräfte, die im Bereich Marketing tätig sind, setzen dabei das Customer Journey Mapping ein. Die Digitalisierung ihrer Kommunikation mit der Zielgruppe führt rasch zum gewünschten Ergebnis. Angewendet wird Design Thinking 

  • im Zielgruppen-Marketing
  • zum Erzielen eines besseren Kundenverständnisses
  • in der Produkt-Entwicklung
  • zur Optimierung betriebsinterner Abläufe

unabhängig von der jeweiligen Branche. Ergebnisse des Kreativprozesses sind Software-Apps, Designer-Möbel, nutzerfreundliche Bestellvorgänge und ergonomisch gestaltete medizinische Geräte.

Welche Voraussetzungen müssen die Führungskräfte mitbringen? 

Führungskräfte, die die Methode in ihrem Unternehmen praktizieren, müssen

  • kreativ sein
  • gegenüber Neuem aufgeschlossen sein
  • kommunikativ sein
  • für ungewöhnliche Ideen offen sein
  • stets bereit sein, aus Fehlern zu lernen
  • fähig sein, sogar unbewusste Kundenbedürfnisse aufzuspüren
  • ein gewisses Mass an Frustration aushalten können
  • das "Wir" vor das "Ich" setzen können
  • Chaos als Teil des kreativen Prozesses akzeptieren können

Themen: innovation, kunden, co-creation, Kundenorientierung, digitalisierung

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